FAQ 1.10

( Frequently Asked Questions bedeutet : Häufig gestellte Fragen )

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Grundierungen für Acryl- und Ölfarben

Hier möchte ich meine Erfahrungen mit selbst angerührtem Gesso, als Grundierung für Leinwände, weitergeben. Denn wie ich erfahren habe saugt das Gesso XY dem einen Maler  zu viel, dem anderen zu wenig etc.
Achtung: Die Ausführung mit Gipsgrund ist mit viel Arbeit verbunden.

Benötigte Materialien:
Hautleim, Hasenleim oder Hasenhautleim
Lenzin
Zinkweiß-Pigment
Titanweiß-Pigment

Hautleim: ist dem günstigeren Knochenleim wg. seiner besseren Klebekraft vorzuziehen.
Hasenhautleim/Hasenleim hat die höchste Klebekraf.
Lenzin: ist ein Naturgips, der nicht gebrannt ist, wie Modellgips, und bereits ein maximum
an Wasser enthält wodurch er auch nicht eindickt wenn er mit Wasser in Berührung kommt.

Zinkweiß : ergibt ein strahlendes Weiß.
Titanweiß: hat die beste Deckkraft.

Hier nun ein Rezept zum schließen der Poren

60gr. Hautleim in 1000gr. Wasser ca. 24Stunden einweichen.
Ich lasse das immer von von abends bis zum nächsten Tag stehen, ob das immer 24Stunden sind weiss ich nicht, ist egal, der Hautleim muß sich mit Wasser vollgesaugt haben. Der Einfachheit wegen sollte das alles in einer Blechdose angesetzt werden, nun die Dose mit dem Wasser und dem Hautleim in ein Wasserbad stellen und langsam auf dem Herd
erhitzen. Dabei immer schön umrühren und darauf achten daß das Leimwasser nicht wärmer als 60Grad wird, denn durch kochen geht die Klebekraft des Leimes verloren.
Mit dem warmen Leimwasser grundiere ich nun die Leinwand 3mal, die Poren sind nun geschlossen und es hat sich eine "rauhe" Oberfläche gebildet. Ich grundiere immer 3 - 4 Leinwände aufeinmal, dabei wird gesamte Leimwasser verarbeite.
Nicht verwendeter Leim läßt man eindicken und stellt ihn abgedeckt in den Kühlschrank, bei erneutem erwärmen kann er
wie bisher verwendet werden.


Gipsgrund für Öl- und Acrylfarben:

Die Grundierung mit Leimwasser kann man auch weglassen, dies ist allerdings keine gute Lösung denn die rohe Leinwand saugt zu sehr den Gipsgrund auf.

Rezept: ein Teil Lenzin mit einem Teil Zinkweiß trocken vermischen.
Ein Teil Leimwasser hinzu geben und alles zu einer klumpenfreien Masse vermischen.
Danach soviel Leimwasser hinzugeben bis es ein schöner streichfähiger Gipsgrund ist.
In einigen Rezepten wird angegeben daß ausser Leimwasser auch Leitungswasser dazugeben werden kann. Das ist kein so guter Rat, denn durch die Zugabe von Leitungswasser wird der Gipsgrund verdünnt und die Saugfähigkeit erhöht sich. Dies ist von Nachteil für diejenigen welche mit Ölfarben malen möchten.
Gipsgrund für echte Temperafarben:
Die Zugabe von Leitungswasser ist bei einer Untermalung mit Temperafarben aber von Vorteil. Durch die hohe Saugfähigkeit trocknet die Untermalung schneller.

Grundiert wird mit einem weichen Pinsel. Der erste Auftrag muß dünn erfolgen, sonst halten die nächsten Grundierungen nicht. Zuerst trät man den Lenzingrund horizontal auf, dann vertikal und beim letzten Auftrag wieder horizontal, so werde evtl. entstande Pinselstriche ausgeglichen. Vor dem letzten Auftrag gebe ich noch ein Teil Titanweiß in das Leimwasser, wg. der Deckkraft.

Dürrholz im Februar 2004

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